Presseerklärungen

7.12.2014

presseerklärung vom kongress stopsexkauf v. 7.12.2014

Presseerklärung vom Internationalen Kongress zum Abbau der Prostitution STOP Sexkauf! 7.12.2014

Vom 5.-7.12.2014 fand der „Internationale Kongress zum Abbau der Prostitution – Stop Sex-kauf“ in München statt. Es ist das erste Mal in Deutschland, dass über die Forderung nach einem Sexkaufverbot nach schwedischem Vorbild öffentlich informiert und diskutiert wurde.
Expertinnen aus Großbritannien, Schweden, Irland, Dänemark, Kanada, Frankreich, Spanien, Norwegen und Belgien waren angereist, um mit ihrer Sachkompetenz Initiativen in Deutschland für ein Sexkaufverbot zu unterstützen. Dazu gehörten u.a. Mary Honeyball, Mitglied des Europäischen Parlaments, Rachel Moran und Tanja Rahm, Aussteigerinnen aus der Prostitution, Detective Inspector Simon Häggström von der Prostitution Unit der schwedischen Polizei, Dr. Muriel Salmona, Psychotraumatologin aus Paris, Gunilla Ekberg, schwedisch-kanadische Juristin, Expertin zu Prostitution und ehemalige Beraterin der schwedischen Regierung, Patric Jean von „Zero Macho“, Paris. Aus Deutschland referierten u.a. Dr. Dorothee Schlegel, SPD/MdB, Michaela Huber, Psychologin und Traumatherapeutin, Jana Koch-Krawczak, Prostitutionsaussteigerin, Sabine Constabel, Sozialarbeiterin, Helmut Sporer, Kriminalkommissar, Rita Knobl-Ulrich, Journalistin und Filmproduzentin, Prof. Dr. Rahel Gugel, Juristin, Seyran Ateş, Rechtsanwältin, Lea Ackermann, SOLWODI.

Die Vorträge und Diskussionen machten deutlich:
• Prostitution ist Gewalt gegen Frauen, sie ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte, eine Verletzung der Menschenwürde und mit Art. 1 und 3 des deutschen Grundgeset-zes unvereinbar. Deutschland hat die UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau zwar unterschrieben, bislang jedoch nicht umgesetzt.
• Seit der sogenannten Liberalisierung der Prostitution im Jahr 2002 hat sich Deutsch-land zu einem Eldorado für Sexkäufer aus ganz Europa entwickelt. Die irische Prosti-tutionsaussteigerin Rachel Moran mahnte: „In der Geschichtsschreibung werdet ihr Deutschen zur Rechenschaft gezogen werden für diese Grausamkeit gegen Frauen.“

Die ReferentInnen und TeilnehmerInnen des Kongresses fordern:
• Das gegenwärtige Gesetzgebungsverfahren zur Prostitution ist einzufrieren und eine neue Anhörung ist durchzuführen. Bei dieser Anhörung müssen die Forschungser-gebnisse zu Bedingungen und Folgen der Prostitution einbezogen werden. Statt wie bisher ausschließlich die Profiteure der Prostitution anzuhören, müssen ExpertInnen beteiligt werden, die die psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen und Auswirkungen der Prostitution kennen.
• Sexkauf muss gestoppt werden, d.h., Sexkäufer sind zu bestrafen und gesellschaftlich zu ächten. In Schweden hat genau diese Praxis zu einem Rückgang der Prostitution und der damit verbundenen organisierten Kriminalität geführt.

Kontakt: Dr. Anita Heiliger für den Aktionszusammenschluss „Stop Sexkauf“, c/o Kofra e.V., Baaderstr. 30, 80469 München, kofra-muenchen@mnet-online.de, Tel: 089-2010450, http://www.kofra.de

Erste Presseerklärung zur Gründung der Initiative „Stop Sexkauf“ v. 20.6.2014

Expertinnen aus ganz Deutschland haben am 19./20.6.2014 in München im Frauenprojekt KOFRA auf einem Netzwerktreffen getagt, um die Situation der Frauen in der Prostitution zu diskutieren und Lösungen zu finden. Sie kamen einhellig zu dem Ergebnis, dass Prostitution an sich Gewalt gegen Frauen ist. Sie stellten fest, dass die Realität der Frauen in der Prostitution öffentlich, fachlich und politisch glorifiziert, bagatellisiert, ignoriert und geleugnet wird.

Die Expertinnen skandalisieren, dass es den ProfiteurInnen der Prostitution gelungen ist, die öffentliche Meinung zur Prostitution durch die Verbreitung falscher Informationen zu manipulieren. Prostitution ist kein Beruf, sondern eine hochriskante Tätigkeit mit gravierenden Folgen für die Prostituierten selbst, aber auch für die gesamte Gesellschaft. Das durch Gleichstellungspolitik seit Mitte der 80er Jahre bekämpfte Bild der (sexuellen) Verfügbarkeit der Frau für (sexuelle) Bedürfnisse von Männern wird erneut zementiert. Hoffnungen auf eine neue Männlichkeit, die sich von Dominanz verabschiedet, werden erneut durch patriarchale Strukturen in neuen Ausmaßen und Erscheinungsformen zunichte gemacht.

Nach Ansicht der Expertinnen muss die Nachfrage nach Prostitution beendet werden, um diese Entwicklung zu stoppen. Ein Sexkaufverbot nach schwedischen Beispiel sehen sie daher als unerlässlich an. Die Folgen eines solchen Vebotes betreffen nicht die Frauen in der Prostitution, sondern den Sexkäufer. Wie in den skandinavischen Ländern müssen auch in Deutschland begleitende Maßnahmen verbindlich eingeplant werden, vor allem  Ausstiegshilfen, Therapieangebote und berufliche Förderung für Prostituierte.

Die Expertinnengruppe hat in München die Initiative „Stop Sexkauf“ gegründet, die als Plattform für alle Gruppierungen und Personen fungieren soll, die eine grundlegende Lösung für die Frage der Prostitution anstreben.

UnterstützerInnen dieses Zusammenschlusses sind anfänglich neben vielen Einzelpersonen: Initiative Karlsruher Appell, Marburger Bürgerinitiative bi-gegen-bordell, Abolition 2014, Karo e.V., Solwodi, Terre des Femmes, stoppornculture international, Kofra e.V., Feministische Partei.

Kontakt: kofra-muenchen@mnet-online.de

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