Stop Sexkauf! Informationen, Materialien, Aktionen

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Aktuell:

 

Fachtag III des Netzwerks Stop Sexkauf! –

„Strategien zur Verbreiterung des Widerstands gegen Prostitution“

http://kofra.de/htm/_TEMP/Flyer%20Fachtag%203,%202017.pdf

Liebe Kongress- und FachtagungsbesucherInnen,

heute laden wir Sie/euch wieder sehr herzlich zu einer Fachtagung des Netzwerks Stop Sexkauf! ein. Wir haben dieses Mal ein neues Konzept, für das wir auf Ihre/eure aktive Mitarbeit zählen. Wir hatten an den vorangegangen Fachtagungen kaum Platz für den Austausch untereinander und für Beiträge von Ihnen/euch über eigene Erfahrungen und Engagement zum Thema Prostitution. Vielleicht geht es Ihnen/euch nach der Verabschiedung des „Prostituiertenschutzgesetzes“, das ja für die nächsten 10 Jahre gelten soll, auch wie uns: Wie arbeiten wir weiter, wie überzeugen wir viele Menschen, dass Legalität von Prostitution für unsere Gesellschaft untragbar ist? Wollen wir 10 Jahre warten, bis es eine Chance auf Veränderung gibt, während in der Zwischenzeit der sexuelle Missbrauch von Frauen in der Prostitution zur unhinterfragten Normalität für alle heranwachsenden Frauen geworden ist?

Wir freuen uns sehr auf den Austausch mit Ihnen/euch und die gemeinsame Entwicklung von Strategien.

Samstag, 2. Dezember von 9.00 bis 17.00 Uhr
„Strategien zur Verbreiterung des Widerstands gegen Prostitution“,
3. Fachtagung des Netzwerks Stop Sexkauf.

Das sogenannte Prostituiertenschutzgesetz hat die Hoffnungen, die Politik möge endlich die Freier in die Verantwortung nehmen, enttäuscht. Es ermöglicht zwar ein gewisses Maß an Kontrolle, hat jedoch die Prostitution als solche nicht infrage gestellt, sondern bestätigt. Das Netzwerk Stop Sexkauf! muss nun Ziele und Aktionsweisen neu justieren und Zugang zu Politik und Medien finden. Auf unserer 3. Fachtagung wollen wir uns und alle TeilnehmerInnen fragen, wie wir die abolitionistische Bewegung in Deutschland vergrößern, stärken und zum Erfolg bringen können. Wir vom Netzwerk Stop Sexkauf! werden unsere Erfahrungen und Strategien darstellen und bitten alle TeilnehmerInnen, ihrerseits von ihren Erfahrungen und Plänen zu berichten, denn die meisten sind gleichermaßen AktivistInnen gegen die Prostitution. Gemeinsam wollen wir anschließend erfolgreiche Strategien herausfiltern und ein systematisches und gemeinsames weiteres Vorgehen entwickeln.

http://kofra.de/htm/_TEMP/Flyer%20Fachtag%203,%202017.pdf

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Lesung mit Huschke Mau, Aussteigerin aus der Prostitution: 

Die Wahrheit über Freier, Selbstzeugnisse in Freierforen

Im Rahmen der Münchner Aktionswochen gegen Gewalt an Frauen

Die Aussteigerin Huschke Mau liest aus Einträgen in Freierforen, wie Freier stolz und ungehemmt beschreiben, was sie den Frauen angetan haben. Um zu verstehen, was Freier wirklich tun und den Mythen über sie die Wirklichkeit entgegenzusetzen, geben die zahlreichen Freierforen reichlich Auskunft. Jede Aufklärung über Prostitution bleibt unvollständig und quasi harmlos, wenn sie diese krasse Realität ausspart.
http://kofra.de/htm/_TEMP/11%20Die%20Wahrheit%20%FCber%20Freier%21.pdf

Dienstag, 28. November, 19.00 Uhr,

EineWeltHaus, Schwanthaler Str. 80:

 

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Rotlicht Aus! In Marburg:

Die Bürgerinitiative BI gegen ein Bordell in Marburg – vielleicht die älteste und auf jeden Fall sehr sehr gute BI zum Thema Prostitution und Abschaffung derselben in Deutschland – startet die Kampagne „Rotlicht Aus!“ in Marburg. Viel Erfolg!

BI gegen Bordell Rotlicht Aus

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Pressemitteilung des „Bündnisses Stop Sexkauf“ anlässlich des Inkrafttretens des „Prostituiertenschutzgesetzes“ am 1. Juli 2017

Ab dem 1.Juli 2017 gilt das „Prostituiertenschutzgesetz“. Das Bündnis Stop Sexkauf stellt fest, dass dieses Gesetz nicht die Frauen in der Prostitution schützt, sondern es befördert vielmehr ihre industrialisierte sexuelle Ausbeutung.

Das Bündnis Stop Sexkauf fordert als Perspektive die Abschaffung der Prostitution durch das Nordische Modell, deren zentraler Kern die Freierbestrafung ist. Prostitution ist Gewalt gegen Frauen, eine Verletzung ihrer Menschenwürde und das größte Hindernis für die konsequente Umsetzung der Gleichberechtigung in Deutschland.

Das Ziel von „Stop Sexkauf“ ist es, Prostitution grundsätzlich als Problem in einer Gesellschaft, die sich Geschlechterdemokratie auf die Fahnen geschrieben hat, sichtbar zu machen und sie zu beenden. Konkretes Ziel ist die Einführung der Freierbestrafung, die an der Nachfrage nach Prostitution auf Seiten von Männern ansetzt und diese sukzessive herunterfahren will. Wir orientieren uns am schwedischen Beispiel, das dieses Ziel bereits entwickelt hat und vorlebt. Die Folge ist, dass  Prostitution von mittlerweile über 80% der schwedischen Bevölkerung abgelehnt wird und  der Kauf von sexueller Benutzung von Frauen verpönt ist.  Damit wird ein Männlichkeits- wie Weiblichkeitsbild an die nachwachsende Generation vermittelt, das im Gegensatz zu Deutschland Männern keine sexuelle Verfügung über Frauen zugesteht und von Frauen keine Verfügbarkeit erwartet. Dies ist die Grundlage für eine effektive Gleichberechtigungspraxis. Darüber hinaus brauchen die Frauen in der Prostitution individuelle Unterstützung und wirksame Alternativen, uneingeschränkten Zugang zu Traumatherapie sowie eine existentielle Absicherung, um ihnen den Ausstieg aus der Prostitution zu ermöglichen.

Wir fordern eine öffentliche Aufklärung über die zerstörerische, entwürdigende Realität in der Prostitution und über die Bedingungen, die Frauen in die Prostitution einsteigen lassen: in aller Regel traumatische Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch, körperlicher wie psychischer Gewalt, Vernachlässigung, Armut, Zwang und Abhängigkeit.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Anita Heiliger, stellvertretend für das Bündnis Stop Sexkauf.

Dem Bündnis Stop Sexkauf haben sich bisher u.a. angeschlossen: Solwodi, Terre des Femmes, Karlsruher Appell, BI-gegen-Bordell Marburg, Kofra e.V., Karo e.V., Abolition 2014, Zero Macho Deutschland, SPACE international, Inga e.V., Feministische Partei, Ladies Team , Die Störenfriedas, „Scientists for a world without prostitution“, EMMA, Stopp Sexkauf Saar

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Fachtagung II/2016 von Stop Sexkauf!: Die Sexkaufer im Fokus am 3. Dezember 2016, von 9-17 Uhr in der Ev. Stadtakademie, Herzog-Wilhelm-Str. 24. 80331 München. Anmeldung unter: kofra-muenchen@mnet-online.de, Teilnahmegebühr: 30€.

Neues von der Petition „Stop Sexkauf„: Warum eine Regulierung der Prostitution der falsche Weg ist.

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Für Interessierte – hier der neue, inzwischen aufgeweichte – Gesetzesentwurf zur Prostitution in Deutschland. Dieses Prostituiertenschutzgesetz“ soll das ProstG von 2002 nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen.
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Frankreich führte am 6. April 2016 die Freierbestrafung ein!

Frankreich hat abgestimmt:

• Die Prostitution als Gewalt an sich und als Hindernis zur Gleichstellung der Geschlechter anzuerkennen;
• Jegliche Form der Unterdrückung prostituierter Menschen abzuschaffen;
• Einen neuen Schutz und besseren Zugang zur Entschädigung der Opfer von Prostitution, Zuhälterei und Menschenhandel herzustellen;
• Eine nationale Politik zum Ausstieg aus der Prostitution einzuführen sowie lokale Hilfestrukturen so zu koordinieren, dass Opfer einen besseren Schutz erhalten, eine soziale Begleitung und alternativen zur Prostitution angeboten wird;
• Ausländischen Menschenhandel Opfer ein vorübergehendes Aufenthaltsrecht auszustellen;
• Die Bekämpfung der Zuhälterei und des Menschenhandels zu verstärken;
• Sexkauf zu verbieten;
• Eine präventive Erziehungspolitik zur Nichtkäuflichkeit des menschlichen Körpers in den Schulen einzurichten.

Auch wir in Deutschland werden es schaffen, Sexkauf zu verbieten!

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WER SIND WIR?

Zum Thema aktive Frauen vom KOFRA e.V. München, BI gegen Bordell Marburg, Karlsruher Appell für eine Gesellschaft ohne Prostitution, Terre des Femmes, abolition 2014, Solwodi, SPACE Deutschland, Stopp Sexkauf Saar und weitere  einzelne Frauen haben sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, um gemeinsam an dem Ziel der Beendigung von Sexkauf zu arbeiten, Strategien zu entwickeln, Veranstaltungen durchzuführen, Aktionen zu planen, Öffentlichkeit herzustellen, Aufklärungsarbeit über Prostitution zu betreiben u.v.m.Wir sind auch vernetzt mit der European Women’s Lobby in Brüssel und ihrer Kampagne “Für ein Europa frei von Prostitution”, in der sich Gruppen aller europäischen Länder engagieren und sich gegenseitig darin unterstützen, in ihren Ländern Sexkauf zu beenden. Funktionierendes Modell ist für uns Schweden mit seiner Gesetzgebung zum Sexkaufverbot mit der Bestrafung von Freiern, aber der Entkriminalisierung der Frauen in der Prostitution., dem bereits andere Länder teilweise oder komplett gefolgt sind wie Norwegen, Finnland, Island, Irland, Kanada und Frankreich ist auf dem Weg. Das  Ausland ist sehr besorgt über den “liberalen” Umgang in Deutschland mit der Prostitution, z.B. ♦über die oft verheerenden Folgen für die Frauen, die sich prostituieren und ♦über die Repatriarchalisierung der Geschlechterrollen in unserer Gesellschaft, die sich Gleichberechtigung auf die Fahnen geschrieben hat und ♦über die enorme Ausbreitung  der Sexindustrie mit riesigen Gewinnen und einer Normalisierung der Vermarktung des Frauenkörpers zur sexuellen Befriedigung von Männern und ♦ über die faktische Rolle des Staates als Zuhälter, der an der sexuellen Ausbeutung der Frauen verdient.

Wir hoffen, dass wir immer mehr werden, die aufstehen gegen die Praxis des Sexkaufs in unserem Land und freuen uns über jeden Kontakt und jede Initiative.

AKTUELLES:

Nächste Veranstaltungen zu Stop Sexkauf:

•13.11. 2015 um 19.30 Uhr in Berlin, in der BEGINE – Treffpunkt und Kultur für Frauen – Potsdamerstr. 139. Titel: „Stop Sexkauf – Prostitutionsmythen entschleiern!“. Veranstalterin: Bündnis Stop Sexkauf.

•25.11.2015 um 18 Uhr in Stade, Seminarturnhalle, Seminarstr. 7. Anmeldung unter: gleichstellungsbeauftragte@landkreis-stade.de. Titel: „Stop Sexkauf! Das Prostitutionsverbot nach schwedischem Vorbild und welche Chancen bietet es? Alles über Prostitution in Deutschland und ihre Folgen“. Veranstalterin: Gleichstellungsstelle Stade.

•4./5.12.2015 ab 17 Uhr Fachtagung in München:„Stop Sexkauf! Über die Schäden durch die Prostitution“ in der Ev. Stadtakademie, Herzog-Wilhelmstr. 24. Veranstalterin: KOFRA e.V. mit dem Netzwerk Stop Sexkauf. Anmeldung: kofra-muenchen@mnet-online.de.

gelaufene Veranstaltungen:

Dokumentation der Fachtagung Stop Sexkauf Juni 2015 inPeine

Veranstaltung von Kathrin Altpeter in Stuttgart am 7.10.2015: VA in Stuttgart, Junge Welt

Wichtige Papiere:

arbeitsentwurf-referentenentwurf-prostituiertenschutzgesetz_29-07-20151 Referentenentwurf des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 29.7.2015

Amnesty International hat entschieden, Prostitution zu „entkriminalisieren“, dabei ausdrücklich auch Zuhälter und BodellbetreinerInnen genannt – entgegen vieler Proteste international im Vorfeld, z.B. von Abolish Prostitution Now  Petition gegen die Position von Amnesty. Große Empörung und Entsetzen bei allen engagierten Organisationen und Personen z.B. von Kathleen Barry, Whats next? und Inge Hauschildt-Schön von der BI-gegen-Bordell Marburg: Amnesty International. Stellungnahme der Marburger Bürgerinitiative gegen Bordell.

Das Bündnis Stop Sexkauf hat einen Informationsflyer: Flyer stop sexkauf zum Herunterladen, Ausdrucken, Drucken lassen, bei Kofra Bestellen, Verbreiten und: Lesen!!

Brief der Bürgerinitiative gegen Bordell in Marburg an die Ministerin Manuela Schwesig wegen der Reformierung des Prostitutionsgesetzes und die interessante Antwort der Ministerin!! Der Brief mit Antwort hier.

resistenza femminista: Aktiv gegen den Plan für ein Rotlichtviertel in Rom. Resistenza Femminista (www.resistenzafemminista.it) ist eine italienisches Netzwerk, das kämpft gegen: „Patriarchat, Kapitalismus und Sexindustrie“. Aktuell mobilisiert es internationale Unterstützung gegen das Gesetzesvorhaben „Spilabotte“, genannt nach der Senatorin Maria Spilabotte von der PD, partita democratica, für die Einrichtung eines Rotlichtviertels in Rom, das, abgeschirmt von der Öffentlichkeit, Frauen wie „Abfall“ behandelt und den Zuhältern, Sexkäufern und der Mafia hilft, Frauen und Mädchen, verborgen vor den Augen der honorigen BürgerInnen, sexuell auszubeuten. „Wir sagen NEIN zu dieser unsäglichen Verletzung der Menschenrechte, NEIN zur Heuchelei unserer Politiker, die ihre Rechte verteidigen, Frauenkörper zu kaufen. Wir stehen auf für die Rechte aller sexuell ausgebeuteter Frauen und Mädchen, Hilfe zum Ausstieg aus der Prostitution zu erhalten statt als 2.-Klasse-Frauen ghettoisiert zu werden, wo sie geschlagen, vergewaltigt und getötet werden können, ohne rechtliche Konsequenzen für die Zuhälter und Sexkäufer.“

Die Petition des Bündnisses „Stop Sexkauf!“ an die Bundesregierung als Protest gegen die deutsche Prostitutionspolitik, bitte massenhaft unterschreiben! http://www.change.org/p/bundeskanzlerin-angela-merkel-justizminister-heiko-maas-familien-ministerin-manuela-schwesig-sexkauf-bestrafen-prostitution-abbauen

Protest des Netzwerks Stop Sexkauf gegen eine Tagung des Wehnerwerks mit dem Titel: “Sexarbeit im Kontext feministischer Diskurse”

DER Internationale KONGRESS STOP SEXKAUF im Dezember 2015 in München

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DER KONGRESS stopsexkauf.pdf

Eröffnung

Vorträge auf der Eröffnungsveranstaltung auf youtube.

DER INTERNATIONALE KONGRESS zum Abbau der Prostitution Stop Sexkauf v. 5.-7-12.2014: DER KONGRESS stopsexkauf.pdf Die Vorträge auf der Eröffnungsveranstaltung sind auf youtube: http://youtu.be/ZYd3dNc5_IE, https://www.youtube.com/watch?v=WB7XcMk96tY,https://www.youtube.com/watch?v=-lmB_nMR0Vw Der Kongress vom 5.-7.12.2014 in München war ein großartiger Start, die Forderung “Stop Sexkauf” an … Weiterlesen

 Stop Sexkauf – Materialien zur Freierbestrafung:  Textsammlung, Die Realität in der Prostitution: Aussagen von Aussteigerinnen (s. Kategorien)

Interessante Presseberichte: Spiegel. Bestraft die Freier,

 Weitere Inhaltliche Materialien bisher noch auf: http://www.kofra.de/htm/Stop-Sexkauf/stop-sexkauf.htm, http://www.kofra.de/Gruppen/Ak Abbau der Prostitution, http://www.banishea.wordpress.com und http://www.abolition2014.blogspot.de

AKTUELLE BEITRÄGE:

NGOs aus der ganzen Welt an Angela Merkel: Deutschland soll UN Konvention gegen Menschenhandel und Prostitution ratifizieren!

Galerie

Anfang März fanden in der UN in New York anlässlich des 20. Jahrestags der Vierten Weltfrauenkonferenz in Peking von 1995 mehrere internationale Treffen und Veranstaltungen statt. Mit dabei waren zahlreiche Nichtregierungsorganisationen, die sich mit dem Thema sexueller Ausbeutung und Gewalt … Weiterlesen

Aussagen von Aussteigerinnen aus der Prostitution

Huschke Mau, Deutschland: über-das-schweigen

Rachel Moran, Irland,  vor dem nordirischen Parlament zum Gesetzesvorschlag zur Freierbestrafung

Rebecca Mott, England

Tanja Rahm, Dänemark: zum Schweigen gebracht…

Trauma

Galerie

Trauma – eine seelische Verletzung, die weiteres Verhalten und Wahrnehmen immer wieder beeinflusst. Die Forschungen von Expertinnen und Experten der Traumapsychologie, die persönlichen Berichte und Nachforschungen derjenigen, die sich aus zahlreichen, oft persönlich sehr schmerzhaften Gründen, mit den Folgen sexueller … Weiterlesen

Presseerklärungen

7.12.2014

presseerklärung vom kongress stopsexkauf v. 7.12.2014

Presseerklärung vom Internationalen Kongress zum Abbau der Prostitution STOP Sexkauf! 7.12.2014

Vom 5.-7.12.2014 fand der „Internationale Kongress zum Abbau der Prostitution – Stop Sex-kauf“ in München statt. Es ist das erste Mal in Deutschland, dass über die Forderung nach einem Sexkaufverbot nach schwedischem Vorbild öffentlich informiert und diskutiert wurde.
Expertinnen aus Großbritannien, Schweden, Irland, Dänemark, Kanada, Frankreich, Spanien, Norwegen und Belgien waren angereist, um mit ihrer Sachkompetenz Initiativen in Deutschland für ein Sexkaufverbot zu unterstützen. Dazu gehörten u.a. Mary Honeyball, Mitglied des Europäischen Parlaments, Rachel Moran und Tanja Rahm, Aussteigerinnen aus der Prostitution, Detective Inspector Simon Häggström von der Prostitution Unit der schwedischen Polizei, Dr. Muriel Salmona, Psychotraumatologin aus Paris, Gunilla Ekberg, schwedisch-kanadische Juristin, Expertin zu Prostitution und ehemalige Beraterin der schwedischen Regierung, Patric Jean von „Zero Macho“, Paris. Aus Deutschland referierten u.a. Dr. Dorothee Schlegel, SPD/MdB, Michaela Huber, Psychologin und Traumatherapeutin, Jana Koch-Krawczak, Prostitutionsaussteigerin, Sabine Constabel, Sozialarbeiterin, Helmut Sporer, Kriminalkommissar, Rita Knobl-Ulrich, Journalistin und Filmproduzentin, Prof. Dr. Rahel Gugel, Juristin, Seyran Ateş, Rechtsanwältin, Lea Ackermann, SOLWODI.

Die Vorträge und Diskussionen machten deutlich:
• Prostitution ist Gewalt gegen Frauen, sie ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte, eine Verletzung der Menschenwürde und mit Art. 1 und 3 des deutschen Grundgeset-zes unvereinbar. Deutschland hat die UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau zwar unterschrieben, bislang jedoch nicht umgesetzt.
• Seit der sogenannten Liberalisierung der Prostitution im Jahr 2002 hat sich Deutsch-land zu einem Eldorado für Sexkäufer aus ganz Europa entwickelt. Die irische Prosti-tutionsaussteigerin Rachel Moran mahnte: „In der Geschichtsschreibung werdet ihr Deutschen zur Rechenschaft gezogen werden für diese Grausamkeit gegen Frauen.“

Die ReferentInnen und TeilnehmerInnen des Kongresses fordern:
• Das gegenwärtige Gesetzgebungsverfahren zur Prostitution ist einzufrieren und eine neue Anhörung ist durchzuführen. Bei dieser Anhörung müssen die Forschungser-gebnisse zu Bedingungen und Folgen der Prostitution einbezogen werden. Statt wie bisher ausschließlich die Profiteure der Prostitution anzuhören, müssen ExpertInnen beteiligt werden, die die psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen und Auswirkungen der Prostitution kennen.
• Sexkauf muss gestoppt werden, d.h., Sexkäufer sind zu bestrafen und gesellschaftlich zu ächten. In Schweden hat genau diese Praxis zu einem Rückgang der Prostitution und der damit verbundenen organisierten Kriminalität geführt.

Kontakt: Dr. Anita Heiliger für den Aktionszusammenschluss „Stop Sexkauf“, c/o Kofra e.V., Baaderstr. 30, 80469 München, kofra-muenchen@mnet-online.de, Tel: 089-2010450, http://www.kofra.de

Erste Presseerklärung zur Gründung der Initiative „Stop Sexkauf“ v. 20.6.2014

Expertinnen aus ganz Deutschland haben am 19./20.6.2014 in München im Frauenprojekt KOFRA auf einem Netzwerktreffen getagt, um die Situation der Frauen in der Prostitution zu diskutieren und Lösungen zu finden. Sie kamen einhellig zu dem Ergebnis, dass Prostitution an sich Gewalt gegen Frauen ist. Sie stellten fest, dass die Realität der Frauen in der Prostitution öffentlich, fachlich und politisch glorifiziert, bagatellisiert, ignoriert und geleugnet wird.

Die Expertinnen skandalisieren, dass es den ProfiteurInnen der Prostitution gelungen ist, die öffentliche Meinung zur Prostitution durch die Verbreitung falscher Informationen zu manipulieren. Prostitution ist kein Beruf, sondern eine hochriskante Tätigkeit mit gravierenden Folgen für die Prostituierten selbst, aber auch für die gesamte Gesellschaft. Das durch Gleichstellungspolitik seit Mitte der 80er Jahre bekämpfte Bild der (sexuellen) Verfügbarkeit der Frau für (sexuelle) Bedürfnisse von Männern wird erneut zementiert. Hoffnungen auf eine neue Männlichkeit, die sich von Dominanz verabschiedet, werden erneut durch patriarchale Strukturen in neuen Ausmaßen und Erscheinungsformen zunichte gemacht.

Nach Ansicht der Expertinnen muss die Nachfrage nach Prostitution beendet werden, um diese Entwicklung zu stoppen. Ein Sexkaufverbot nach schwedischen Beispiel sehen sie daher als unerlässlich an. Die Folgen eines solchen Vebotes betreffen nicht die Frauen in der Prostitution, sondern den Sexkäufer. Wie in den skandinavischen Ländern müssen auch in Deutschland begleitende Maßnahmen verbindlich eingeplant werden, vor allem  Ausstiegshilfen, Therapieangebote und berufliche Förderung für Prostituierte.

Die Expertinnengruppe hat in München die Initiative „Stop Sexkauf“ gegründet, die als Plattform für alle Gruppierungen und Personen fungieren soll, die eine grundlegende Lösung für die Frage der Prostitution anstreben.

UnterstützerInnen dieses Zusammenschlusses sind anfänglich neben vielen Einzelpersonen: Initiative Karlsruher Appell, Marburger Bürgerinitiative bi-gegen-bordell, Abolition 2014, Karo e.V., Solwodi, Terre des Femmes, stoppornculture international, Kofra e.V., Feministische Partei.

Kontakt: kofra-muenchen@mnet-online.de