Internationaler Kongress

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DER KONGRESS stopsexkauf.pdf

Eröffnung

Vorträge auf der Eröffnungsveranstaltung auf youtube: http://youtu.be/ZYd3dNc5_IE, https://www.youtube.com/watch?v=WB7XcMk96tY,

Der Kongress vom 5.-7.12.2014 in München war ein großartiger Start, die Forderung „Stop Sexkauf“ an die Öffentlichkeit zu bringen und Menschen zu erreichen, die dieses Ziel im Blick haben, aber bisher keine Unterstützung dafür fanden. Erstmalig bot dieser Kongress die Gelegenheit, sich über das Sexkaufverbot und dessen Begründungen zu informieren. Öffentlichkeit und Politik sind im Vorfeld des Gesetzes von 2002 und danach nahezu ausschließlich darüber informiert worden, dass es in Ordnung sei, Prostitution in der Gesellschaft für Männer bereit zu halten. Der seitens Bordellbetreiberinnen gestartete Versuch, Prostitution als „Beruf wie jeder andere“ gesellschaftlich zu verankern, ist zwar nicht wirklich gelungen, aber hat sich weitgehend verfestigt zu einer Haltung, Prostitution zu tolerieren. Eine Vielfalt von Mythen wie etwa, Prostitution schütze die „anderen“ Frauen vor sexueller Gewalt, und die Begriffe „Freiwilligkeit“ und „sexuelle Selbstbestimmung“ haben Kritik weitgehend zum Schweigen gebracht. Allenfalls melden sich BürgerInnen zu Wort, wenn ihnen die Prostitution zu nah und zu sichtbar wird und wieder einmal ein Großbordell gebaut werden soll. Doch der Intiative Stop Sexkauf geht es um die Prostitution an sich, um die Skandalisierung der fraglosen und legitimierten Bereitstellung von Frauen für das Ausleben sexueller Bedürfnisse von Männern. Diese „Bedürfnisse“ zu akzeptieren leitet sich ab von dem immer noch virulenten Bild der angeblichen Triebhaftigkeit männlicher Sexualität, die ausgelebt werden müsse. Dieser biologistischen Vorstellung widerspricht „Stop Sexkauf“ vehement und sieht sich in guter Gesellschaft z.B. mit der Männerintiative Zero Machos, die die sexuelle Benutzung von Frauen für Geld ablehnen. Den Gedanken der „Triebhaftigkeit“ zu akzeptieren bedeutet eine Bankrotterklärung gegenüber allen Bestrebungen nach Gleichberechtigung der Geschlechter (vgl. Rahel Gugel), nach einem Männlichkeitsbild ohne Dominanz und Gewalt und nach wirksamer Bekämpfung von sexuellem Missbrauch und sexueller Gewalt. Es bedeutet ferner, die Gewalt, die jeder Form von Prostitution innewohnt, zu ignorieren bzw. zu tolerieren, es bedeutet, Gewalterfahrungen von Frauen, die in die Prostitution gehen, zu ignorieren, die es ihnen erst ermöglichen, fremde Männer für Geld in ihren Körper eindringen zu lassen und sich von den eigenen Gefühlen abzuspalten, wie die Traumaforschung (s. http://www.trauma-and-prostitution.eu, PPT Den Körper verkaufen) zeigt. Aussteigerinnen, die ihre Erfahrungen bearbeiten und politisch reflektieren, zeigen die Mechanismen und die Gewalt in der Prostitution auf und erheben die Forderung nach einem Sexkaufverbot (vgl. Rachel Moran und Tanja Rahm.Rede bei der feminism in London 2014).

In 11 Diskussionsforen (s. Programm oben) wurde intensiv informiert und diskutiert. Insbesondere das Forum zur Realität in der Prostitution bot für viele erstmals die Gelegenheit, Aussteigerinnen aus Irland, Dänemark und Deutschland zuzuhören und eine ganz andere Sicht auf die Prostitution zu erhalten als es die Bordellbetreiberinnen und Dominas glorifizierend verbreiten. Die authentischen Berichte, was die Prostitution für die Frauen darin bedeutet, wie sie ihre Gefühle und Wahrnehmungen und ihr Erleben abspalten und den Sexkäufern lustvolle Sexualität vorspielen müssen, hat die TeilnehmerInnen des Forums sehr berührt und betroffen gemacht.
Das Forum zum „schwedischen Modell“ der Freierbestrafung hat aus erster Hand durch den Polizisten aus Stockholm Simon Häggström und die Juristin Gunilla Ekberg darüber informiert, wie es entstanden ist und wie es in der Praxis funktioniert: Sexkäufer werden bestraft, Frauen in der Prostitution werden beraten und unterstützt – auch wenn sie nicht aussteigen wollen – und an den Schulen lernen Jungen und Mädchen, dass der Körper von anderen Menschen nicht käuflich ist – ein Wandel des Männlichkeitsbildes hat sich vollzogen, das sich nicht über die Benutzung von Frauen und Macht über sie definiert, sondern sich sukzessive auf reale Gleichberechtigung hin bewegt… (Dieser Text wird fortgesetzt…)

Materialien zum Kongress:

Stimmen zum Kongress, Presseerklärung_Kongress_Stop_Sexkauf-1, Flyer der Ausstellung „Stop Sexkauf“, Alle 12  Ausstellungsmodule hintereinander, Alle Displays groß zum Ausdrucken/Herstellen von Displays, Bericht in der Süddeutschen Zeitung v. 8.12.2014

Die überwältigende Tanzperformance des Mädchensportzentrum&EventCenter im Centre Talma, Berlin

Fotostrecke: Mary Honeyball, Dorothee Schlegel, Tanja Rahm, Pierrette Pape, Rachel Moran, Gunilla Ekberg, Lea Ackermann, Christine Strobl, Abschlusspodium, Publikum, Tanzperformance, Beifall für Performance

Mary Honeyball Dr. Schlegel, MdB P1260998 (2)Pierrette.Rachel Moran1Gunilla

Lea Ackermann Christine Strobl.   Perspektiven1  PublikumMädchensportzentrum&EventCenter Central Talma Berlin Standin Ovations für Berlin

 Stop Sexkauf – Materialien zur Freierbestrafung:  Textsammlung, Die Realität in der Prostitution: Aussagen von Aussteigerinnen (s. Kategorien)

Interessante Presseberichte: Spiegel. Bestraft die Freier,

 Weitere Inhaltliche Materialien bisher noch auf: www. kofra.de/pressebereich, http://www.kofra.de/Gruppen/Ak Abbau der Prostitution, http://www.banishea.wordpress.com und abolition 2014.

 

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